Geschäftsbericht 2016

GB

Konjunktursorgen in China, der Brexit-Entscheid, Regierungskrisen in mehreren Ländern und nicht zuletzt die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten – 2016 geizte keineswegs mit einschneidenden Ereignissen. Überraschend unbeeindruckt davon zeigten sich wesentliche Teile der Wirtschaft: Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre wurde fortgeführt. Vorarlberg fiel dabei erneut mit besonders guten Wirtschaftsdaten auf.

Allgemeine Entwicklungen
Der Aufschwung in der Eurozone hat sich 2016 fortgesetzt: Die Dynamik ist dabei weiterhin als moderat einzustufen, jedoch zeigt sich die Erholung zusehend als robust. Die Inflationsrate als wesentlicher Indikator blieb über weite Strecken des Jahres nahezu unverändert. Nach negativen Werten im Februar pendelte sie sich nahe der Nullmarke ein. Erst gegen Ende des Jahres war eine Steigerung der Inflation zu erkennen. Der bis dahin fehlende Preisauftrieb sowie die fallenden Inflationserwartungen veranlassten die Europäische Zentralbank im März dazu, ihre expansive Geldpolitik erneut zu lockern: So wurden die Anleihekäufe von monatlich 60 Mrd. auf 80 Mrd. Euro aufgestockt und die Leitzinsen auf extrem niedrigem Niveau belassen. Weltweit zeigten sich die wirtschaftlichen Kennzahlen unterschiedlich, jedoch oftmals positiv: Die US-Konjunktur startete noch schwach in das vergangene Jahr, erholte sich jedoch rasch und wuchs im zweiten Halbjahr sehr dynamisch. Vor allem der private Konsum und die Arbeitslosenquote entwickelten sich positiv. China macht seit einiger Zeit eine Abkühlung der jahrelang boomenden Konjunktur zu schaffen. Zwar liegen die Zuwachsraten nach wie vor hoch, jedoch erreichen sie längst nicht mehr die Rekordzahlen der vergangenen Jahre. Während manche vor einem Crash der chinesischen Wirtschaft warnen, sehen andere mittlerweile wieder vermehrte Signale einer Stabilisierung.

Währungen
Der Euro hat 2016 gegenüber dem USDollar leicht an Wert verloren. Zwar startete der US-Dollar, belastet durch die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed,schwach in das vergangene Jahr, aber die in der Folge angekündigte US-Geldpolitik läutete eine Trendwende ein. Der Wahlsieg von Donald Trump befeuerte die Entwicklung nochmals, erwartete der Markt doch mit dem neuen Präsidenten höhere Staatsausgaben und Steuersenkungen. Der US-Dollar verteuerte sich 2016 somit leicht gegenüber dem Euro. Massive Verluste erfuhr das Pfund Sterling: Devisenhändler entzogen der britischen Währung als Reaktion auf das Brexit-Votum mehr und mehr das Vertrauen. Das Pfund verlor schlussendlich stark gegenüber der europäischen Einheitswährung. Der Schweizer Franken kam auch im vergangenen Jahr seinem Ruf als Fluchtwährung nach. Mit freiwilligen Devisenmarktinterventionen verhinderte die Schweizerische Nationalbank 2016 immer wieder eine starke Aufwertung der Währung durch politische Unsicherheiten, wodurch sich der Franken gegenüber dem Euro recht stabil zeigte.

Zinsen
Die Talsohle der Zinsen scheint erreicht zu sein. Die US-Notenbank Fed erhöhte im vergangenen Jahr zum zweiten Mal seit der Weltwirtschaftskrise den Leitzins und kündigte für heuer bereits weitere Anhebungen an. Europa hingegen beließ die Zinsen 2016 auf Rekordtief und unterstützte ihre expansive Geldpolitik zusätzlich durch die umfassenden Anlagekäufe. Die geänderten Inflationsaussichten und der US-Trend vergrößern jedoch den Spielraum der europäischen Währungshüter, das Ende der Nullzinspolitik auch in Europa einzuläuten.

Rohöl
Zu Beginn des Jahres notierte der Ölpreis noch äußerst niedrig. Die Angst vor einer Pleitewelle in der Energieindustrie und einer damit einhergehenden Bankenschieflage in den USA drückte auf die Stimmung der Investoren. Die Drosselung der Ölproduktion in den Vereinigten Staaten und die gesunkenen Investitionen in neue Ölfelder führten allerdings bald zu einer deutlichen Erholung des Ölpreises. Der Beschluss der Organisation erdölexportierender Länder im Dezember, die Produktion definitiv zurückzufahren, verhalf zu einem weiteren Schub nach oben.

Aktienmärkte
Die politischen Turbulenzen konnten den Aktienmärkten wenig anhaben. Die Politik scheint die Investoren zunehmend kalt zu lassen. So konnte der Deutsche Aktienindex DAX Ende 2016 ein neues Jahreshoch erklimmen. In den USA erreichten die wichtigen Indizes, Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ, neue Allzeithochs. Und auch der österreichische ATX konnte starke Gewinne einfahren.

Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg
Das Jahr 2016 war für Vorarlberg ein gutes Jahr: Die heimische Wirtschaft hat spürbar an Fahrt gewonnen, wodurch sich auch die Situation am Vorarlberger Arbeitsmarkt günstiger entwickelte, als erwartet. Die Beschäftigtenzahlen blieben damit weiterhin auf Rekordhöhen. Allerdings konnten sie die noch rasanter gewachsene Nachfrage nach Arbeitsplätzen nicht decken. Insgesamt konnten die Vorarlberger Unternehmen auch im letzten Jahr ein höheres Wachstum erwirtschaften als der Durchschnitt in Österreich. Leitbetriebe vermochten es, große Aufträge an Land zu ziehen, und die vielen kleinen und mittleren Unternehmen freuten sich über volle Auftragsbücher. Besonders die Exportzahlen überzeugten auch im vergangenen Jahr. Der Lebensund Wirtschaftsraum Vorarlberg bewies sich damit auch 2016 als attraktiv und zukunftsfit.

Bitte entnehmen Sie die detaillierten Ergebnisse Ihrer Raiffeisenbank für das Geschäftsjahr 2016 unserem Geschäftsbericht (PDF)